Ellenbogengelenksdysplasie

Als Ellenbogengelenksdysplasie werden verschiedene wachstumsbedingte Erkrankungen des Ellenbogens zusammengefasst. Beim Lapphund wird erst seit kurzen häufiger auf ED mit untersucht, auch meine Hunde sind zwar teilweise geröngt aber nicht ausgewertet. Und je mehr man testet je mehr findet man, zum Glück sind die meisten Befunde eher auf den Papier zu finden, da die Hunde keine Symptome zeigen. Es gibt aber auch immer mal wieder Hunde bei denen es Symptome gibt, so dass es für die Zukunft auch sinnvoll sein wird die Hunde darauf hin zu untersuchen.

Drei Knochen sind an der Bildung des Ellbogengelenkes beteiligt - der Oberarmknochen, die Elle und die Speiche. Damit die Bewegung reibungsfrei verläuft, müssen die Gelenkflächen dieser Knochen exakt zusammen passen und mit einer intakten Knorpelschicht bedeckt sein.

Kommt es zur Bildung einer Stufe im Gelenk und/oder wird der Knorpel geschädigt, ist die Folge eine Gelenkentzündung und langfristig die Bildung von Arthrose. Die Tiere haben Schmerzen und lahmen. Die Ellbogengelenkdysplasie ist eine Fehlbildung des Gelenkes. Die Ursachen sind vielfältig und nicht vollständig geklärt. Die Erkrankung kann verschiedene Erscheinungsformen haben.

Ob ein Hund eine ED entwickelt und welchen Verlauf die Erkrankung nimmt, hängt von vielen Faktoren ab. Vieles in der Entstehungsgeschichte der Erkrankung ist auch noch ungeklärt. Wie bei HD, ist ein Teil genetisch bedingt, aber der Erbgang ist sehr komplex, so dass es in naher Zukunft keinen Gentest dafür geben wird. Der Erbgang ist komplex und nicht jeder Hund, dessen Elterntiere ED-Träger sind, entwickelt selbst eine ED. Umgekehrt können auch Elterntiere, die selbst ED-frei sind, die Anlage vererben und erkrankte Nachkommen bekommen. Ein weiterer Faktor ist das schnelle Wachstum der betroffenen Hunde, woran die Fütterung einen wesentlichen Anteil hat. Zu schnelles Wachstum führt zu Wachstumsimbalancen zwischen den 3 Knochen und zwischen Knochen und Knorpel sowie zwischen Muskeln und Knochen. Auch die Fettleibigkeit spielt eine wichtige und häufig unterschätzte Rolle. Häufiger sind übergewichtige Hunde betroffen, als muskulöse, normalgewichtige Hunde. Die Überversorgung mit Futtermittelzusätzen wie Kalzium oder bestimmten Vitamine kann ebenfalls verschiedene Skeletterkrankungen auslösen oder verschlimmern auch mit der Ellbogendysplasie wird ein Zusammenhang vermutet. Ständige Überbeanspruchung des Bewegungsapparates kann Skeletterkrankungen verschlimmern oder auslösen und wird auch als Faktor bei der Entstehung von Ellbogenerkrankungen diskutiert. Es bestehen zahlreiche weitere Faktoren, die wahrscheinlich an der Ausprägung einer Ellbogendysplasie beteiligt sind. Die Entstehung der Erkrankung ist also komplex. Es ist im Einzelfall also nicht vorherzusagen, ob ein Hund eine Ellbogendysplasie entwickelt und welchen Verlauf sie nimmt.

Heidi Schulze
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